Kategorie-Archiv: Berufseinstiegsbegleitung

Berufsorientierung – 2. Jahrestagung des Berufsorientierungsprogramms am 26. / 27. November 2012 in Berlin

Diese 2.  Berliner Jahrestagung Ende November 2012  zeigte auf, dass das Berufsorientierungsprogramm (BOP) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) inzwischen recht erfolgreich verläuft.

Bestandteile dieses Programms sind seit 2008 die Durchführung von Potenzialanalysen, die Teilnahme der Schüler an Werkstatttagen und das hohe Engagement der vielen Akteure (siehe: http://www.berufsorientierungsprogramm.de/html/de/106_334.php).

Dabei werden SchülerInnen unterstützt, die versuchen, in der Sekundarstufe I (Haupt-, Realschüler, Regionalschüler etc.)  einen Schulabschluss zu erlangen.  Das BOP ist wiederum selbst Teil der „Initiative Bildungsketten“.  Ziel ist es auch hier, den Übergang von Schule in den Beruf optimal zu gestalten.

Dabei wird hier der präventive Charakter deutlich, da man bereits zwei Jahre vor dem Schulabschluss in der Schule sozialpädagogisch berät und unterstützt und nicht erst dann hilft, wenn Jugendliche arbeitslos sind. Weitere Informationen rund um die „Bildungsketten“ gibt es hier: http://www.bildungsketten.de/de/235.php.

Professor Armin Nassehi (LMU München) betonte in seinem – auch aus meiner Sicht – sehr unterhaltsamen Vortrag, dass der berufliche Werdegang häufig vom Zufall abzuhängen scheint.  Jedoch verläuft das Leben in der Regel nicht völlig chaotisch. In der Tat entscheidet sich der Mensch nicht aufgrund einer fundierten Überlegung heraus, da das nötige (theoretische) Wissen hierzu oft auch fehlt. Denn es ist oft auch erst gar nicht möglich, alles (rational) zu bedenken, häufig wird spontan entschieden. Die Entscheidung ist damit auch davon abhängig, welche praktischen Erfahrungen ein einzelner Mensch im Leben gemacht hat. Es wird sogar davon ausgegangen, dass das praktische Erleben bedeutsameres Wissen erzeugt, als es schulische Bildung (also kognitiv erzeugtes Wissen) in der Lage dazu wäre.  Praktisches Erleben ist damit größtenteils dafür verantwortlich, wie wir uns überhaupt – und damit auch für oder gegen einen Beruf – entscheiden.

Folglich erklärt sich dadurch auch der Erfolg des BOPs, das handlungsorientiert aufgebaut ist und damit sowohl theoretische als auch praktische Aspekte vereint. Auf gesellschaftlicher Ebene ist das BOP im Prinzip nichts anderes als ein Instrument, das gesellschaftliche Unsicherheit ausgleichen soll. So hilft man Hauptschülern und anderen Schülern eine Antwort zu geben. Wichtig ist hierbei, dass die entsprechenden sozialpädagogischen Berater/-innen das notwendige theoretische Wissen vermitteln können, während die Schüler/-innen gleichzeitig die Chance haben, z. B. anhand der Potenzialanalyse und der Werkstatttage praktische Erfahrungen zu sammeln, um dann zu einer gelingenden Berufswahlentscheidung zu kommen.

Hier können Sie sich den Vortrag als Pdf-Datei herunterladen: http://www.berufsorientierungsprogramm.de/library/Berufsorientierung_Nassehi.pdf

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Das Aus der Berufseinstiegsbegleitung?

Die „Berufseinstiegsbegleitung“ ist seit der Einführung im Jahr 2009 unbestritten ein äußerst erfolgreiches Projekt, das Schülern zumeist den Weg in die Ausbildung bahnt.  Nachdem bundesweit 2009 an 1000 Schulen die ersten Berufseinstiegsbegleiter/-innen beschäftigt wurden, kamen nach einem weiteren erfolgreichen Probelauf 2010 weitere 700 Schulen in den Genuß eines solchen Coaches.

Doch trotz dieser Erfolgsgeschichte scheint  die  Berufseinstiegsbegleitung bereits wegen mangelnder Bereitschaft der Länder, sich ab dem Sommer mit  50% an den Kosten zu beteiligen, selbst ein Auslaufmodell zu werden.

EU-Fördermittel stehen offenbar auch nicht zur Verfügung, sodass das Ziel einer flächendeckenden Einführung der Berufseinstiegsbegleitung – trotz eines neuen Gesetzes „Zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt“ mit Wirkung vom 01.04.2012 – vermutlich wegen der fehlenden Finanzierung durch die Bundesländer nicht erreicht wird.

Mit anderen Worten: Bereits in diesem Sommer droht der Berufseinstiegsbegleitung bundesweit das Aus.  (Quelle:  http://www.muenchen.sozial.de/index.php?id=49&tx_ttnews[tt_news]=24685&cHash=06a007ac588df4b38a4d4c18dd4d8422).

Lesen Sie auch hierzu den folgenden Artikel: http://www.jugendsozialarbeit.de/berufseinstiegsbegleitung

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Berufseinstiegsbegleitung: Artikel der Bundesagentur für Arbeit

„Berufseinstiegsbegleiter“ nehmen Schüler an die Hand“

An sechs Krefelder und drei Schulen im Kreis Viersen hat die Agentur für Arbeit vor einem Jahr zusammen mit der Kreishandwerkerschaft Niederrhein das Projekt „Berufseinstiegsbegleitung“ gestartet.

Finanziert wird das Projekt bundesweit an 1000 Schulen von der Agentur für Arbeit.

Silvio Ströver ist einer von sechs Berufseinstiegsbegleitern, die seit einem Jahr rund 30 Schüler individuell begleiten. Der Diplompädagoge ist an der Prinz-Ferdinand-Schule Ansprechpartner für Schüler ab Klasse 9 – bei schulischen, familiären und persönlichen Schwierigkeiten. Er ist seit Beginn des Projektes voll in den Schulalltag integriert. Dazu empfängt und berät er auch Eltern oder besucht sie auf Wunsch abends zu Hause. Außerdem gehören zu seinen Aufgaben Schuldner- und Drogenberatung, Kontakte und Vermittlung zu Familienhilfe und Jugendzentren, die Organisation von Förderunterricht sowie von Praktika. Lehrerin und Berufswahlkoordinatorin Margarethe Kevenhörster und Berufsberaterin Gaby Wienges-Haupt  unterstützen ihn dabei tatkräftig.

„Die Erfahrungen aus einem Jahr Projektarbeit machen deutlich, dass sich die zusätzliche Mühe lohnt“, so Peter Ewert, Chef der Arbeitsagentur Krefeld. Fast bei allen Teilnehmern konnte die Lern- und Leistungsbereitschaft sichtbar gesteigert werden. Kopf- und Schulnoten sind besser geworden, unentschuldigte Fehlzeiten konnten durch das gemeinsame Engagement und die intensive Elternarbeit erkennbar reduziert werden. Ein Großteil der versetzungsgefährdeten Schüler schafft voraussichtlich den Hauptschulabschluss 10A.

(…)

Lesen Sie hier mehr über dieses erfolgreiche schulsozialarbeiterisches Projekt:

Quelle: 

http://www.arbeitsagentur.de/nn_169740/nn_170900/Dienststellen/RD-NRW/Krefeld/AA/A01-Allgemein-Info/Presse/2010/2010-015-Berufseinstiegsbegleiter.html

Prinz-Ferdinand Hauptschule in Krefeld: Hauptschüler bewerben sich mit Unterstützung!

In einer gemeinsamen Endspurt–Aktion der Agentur für Arbeit, von 1.2.3 Azubi-Fit, der Kreishandwerkerschaft und der Schule konnten heute ausbildungswillige Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Prinz-Ferdinand-Straße auf ihrem Weg in den Beruf ein großes Stück weitergebracht werden.
Während Frau Wienges–Haupt, Herr Lanken und Herr Ströver von den genannten Organisationen eine erstaunlich große Zahl von Ausbildungsplätzen anboten, konnten unter Aufsicht von Frau Kevenhörster an den BOB–Computern im Anschluss an die Beratung sofort Bewerbungsmappen inklusive Lebenslauf in professioneller Form erstellt und verschickt werden.

Auf diesem Weg wurden allein heute über 50 Bewerbungen erstellt und versendet.
(…)

Informieren Sie sich auf der Schul-Webseite über weitere schulsozialarbeiterische Aktionen, die Schülerinnen und Schüler erfolgreich in die Arbeitswelt verhelfen:

Quelle:

Ausbildungsendspurt an der Prinz Ferdinand Schule
4.Juni 2009:  http://www.xnetcray.de/6679/7.html

Berufseinstiegsbegleitung in Krefeld gestartet

Lesen Sie hier einen weiteren Zeitungsartikel über den Beginn der Berufseinstiegsbegleitung:

http://xcnet.de/projekte/xnetcreate.de_v2/pics/kunden/dateimanager/6679/Berufseinstiegsbegleitung.jpg

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Berufseinstiegsbegleitung: Artikel der Westdeutschen Zeitung

Silvio Ströver ist einer von sechs Beratern, die ab sofort ihr Quartier in den Schulen mit festen Öffnungszeiten beziehen und fünf Jahre lang begleiten werden. Der Diplompädagoge ist an der Prinz-Ferdinand-Schule Ansprechpartner für 20 von 75 ausgewählten Schülern der neunten Klassen – bei schulischen, familiären und persönlichen Schwierigkeiten.

Dazu empfängt und berät er auch Eltern oder besucht sie auf Wunsch abends zu Hause. Außerdem gehören zu seinen Aufgaben Schuldner- und Drogenberatung, Kontakte und Vermittlung zu Familienhilfe und Jugendzentren, die Organisation von Förderunterricht sowie von Praktika. Lehrerin und Berufswahlkoordinatorin Margarethe Kevenhörster wird ihn unterstützen.“

Lesen Sie hier mehr über diese neue Form der Schulsozialarbeit:

Quelle:  http://www.wz-newsline.de/lokales/krefeld/hilfe-beim-sprung-in-den-beruf-fachkraefte-nehmen-schueler-an-die-hand-1.116096

Praktikumsberichte als Indikator für den Einstieg in die Arbeitswelt sehen

Praktikumsberichte werden trotz mancher Vorgaben der Klassenlehrer von den Schülern oft sehr unterschiedlich in Qualität und Quantität gestaltet, was eine faire Bewertung nicht immer einfacher macht.  Zuletzt erhielt ich Berichte zur Bewertung, die diese Unterschiedlichkeit wieder bestätigten. So schwankte die Seitenanzahl zwischen acht und 45 Seiten.  Die Aufgabe im vierwöchigen Praktikum bestand darin, eine sogenannte „Beobachtungsaufgabe“ zu bestimmen. Ziel ist es dabei, einen speziellen Arbeitsablauf genauer zu beobachten und zu beschreiben. Der Praktikumsbericht sollte wie folgt gegliedert sein:

-Deckblatt
-Vorstellung des Betriebs
-Vorstellung des Ausbildungsberufes
-Schriftliche Beobachtungsaufgabe
-Tätigkeitsbericht
-Persönliche Meinung
-Anhang
Natürlich mussten diese Punkte enthalten sein, und die Worte sollten gezählt werden, was selbstverständlich nicht immer durchgehalten wurde. Mir fallen bei Schülern in den Abgangsklassen häufig auch sprachliche Mängel auf. Doch einige Praktikanten waren so engagiert bei der Sache gewesen, dass sie sich gewissermaßen „Fleißpunkte“ verdienen konnten, wenn die Mappe schön gegliedert, kreativ gestaltet und nicht ganz so mager ausfiel.  Anhand solcher Mappen erkennt man als Schulsozialpädagoge schnell, wer sich wirklich auf den Beruf vorbereitet und wer nicht. Mangelhaft erstellte Praktikumsmappen sind für mich häufig ein Indiz dafür, dass ein problemloser Übergang von der Schule in den Beruf gefährdet ist.  Daher ist es mir wichtig, Rücksprache mit den einzelnen Schülern zu halten, und ihnen bewusst zu machen, wie wichtig es ist, weiter an sich zu arbeiten. Oft hilft dabei eine enge Verzahnung mit der Berufsberatung, die ich in Absprache mit dem betreffenden Schüler schnell einschalte, um ihm weitere Beratungsangebote zu zeigen und eine berufliche Perspektive zu eröffnen. Meine Aufgabe besteht in der Regeln dann darin, die Kooperation des Betreffenden aufrecht zu erhalten und die Möglichkeiten aufzuzeigen, was der Schüler selbst tun kann, um seine Lage zu verbessern.

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge