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Dieter Mertens: Schlüsselqualifikationen und Bildung (1974)

Dieter Mertens gilt als „Urhebers“ des Konzepts der sogenannten „Schlüsselqualifikationen„. In seinem Artikel aus dem Jahr 1974 „Schlüsselqualifikationen. Thesen zur Schulung für eine moderne Gesellschaft.“ beschreibt er, dass eine moderne Gesellschaft mit all ihrem technischen und wirtschaftlichen Fortschritt voraussetzt, dass stets genügend Fachkräfte durch umfassende „Schulung“ befähigt werden, (produktiver) Teil dieser Gesellschaft zu werden.

Die Schulung, die eine (gesicherte) Existenz in einer modernen Gesellschaft befähigen soll, beinhaltet im Wesentlichen drei Dimensionen, so Mertens, und zwar Persönlichkeitsschulung, beruflich-fundierte Schulung und eine Schulung zum gesellschaftlichen Verhalten. Gleichzeitig jedoch birgt jede Form von Schulung, die einen Teil von Bildung darstellt, stets mehrere Dimensionen. Denn schließlich könne man auch in der beruflichen Schulung durchaus etwas lernen, was sich auf den gesellschaftlichen Umgang bezieht. Daher widerspricht Mertens der Auffassung, dass Lehrpläne und Curricula nach diesen drei Dimensionen aufgespalten werden sollen.  Es mache also wenig Sinn, z. B. Allgemeinbildung der beruflichen Bildung gegenüberzustellen und so zu tun, als handelte es sich um Gegensätze.  Reformen müssten sich demnach stets auf alle Dimensionen von Schulungen beziehen.

Wichtig sei auch, zu bedenken, dass erwartet werden kann, dass der Anteil an Arbeit drastisch zurückgehen wird, um den Lebensunterhalt zu sichern. Ein Großteil der Zeit  wird durch andere Aufgaben beansprucht, die sich durch verschiedene Rollen in der Gesellschaft ergeben werden (z. B. die Rolle des Bürgers, des „Freizeitverwenders“ etc.). Zudem lässt sich feststellen, dass die Wissenschaft immer stärker versucht, Antworten im Bereich der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zu finden, um Aussagen zu erhalten, wie die zukünftige, optimal gestaltete Bildung auszusehen habe. Doch nach anfänglicher Euphorie in den 1960ern seien die Instrumente stark ausgereizt, um zuverlässsige Prognosen darüber zu treffen, wie Bildung zukunftsfähig zu gestalten sei. Bildungsplanung sei zudem, trotz eines aufgeblähten Instrumentariums an (natur-) wissenschaftlichen Methoden und Zugängen, noch immer machtpolitisch gelenkt, weniger aus sachlogischen und wissenschaftlichen Gründen heraus gestaltet.  Zudem seien Ergebnisse der Arbeitsmarktforschung in ihrer Aussage sehr eng begrenzt. Im Prinzip könnten diese lediglich vergangene Trends beschreiben, die kaum auf zukünftige Entwicklungen übertragbar seien.  Nebenbei decken sich die verwendeten Begrifflichkeiten nicht zwischen dem beruflichen Bereich und dem Bereich der Bildung.  Mertens weist darauf hin, dass auch eine Zergliederung von technischen Arbeitsschritten nicht wirklich hilft, daraus entsprechende Curricula neu abzuleiten. Denn hierbei handelt es sich stets um eine Momentaufnahme, die bereits in diesem Augenblick, in dem man die Schritte auswertet, veraltet und kaum aussagekräftig sein kann für die Planung zukünftiger Bildung. Mertens kritisiert, dass mit dem vagen Schlüsselbegriff der Mobilität scheinbar etwas gefunden wurde, was bildungspolitisch alles und nichts erklären soll. Doch wie bereits in der Vergangenheit gezeigt wurde, helfen solche Begriffe wie z. B. auch „Mündigkeit“ oder „Selbstbestimmung“ – dann eben auch „Mobilität“ – nicht, konkret zu beschreiben, was zukünftig und effektiv bildungspolitisch erwartet werden kann.

Moderne Gesellschaften haben demnach nur unzulängliche Orientierungshilfen in Form von vagen Prognosen zur Hand, sodass es besser sei, eine „offene Planung“ bereitzuhalten. Anstatt sich bildungspolitisch auf angeblich zu erwartende gesellschaftliche Zustände einzurichten, empfiehlt Mertens stattdessen, das Bildungswesen flexibler zu gestalten.  Mertens verweist auf scheinbar paradoxe gesellschaftliche Erwartungen: Einerseits würde man eine zunehmde Intellektualisierung in allen Arbeitsbereichen einfordern und zugleich sich darüber beklagen, dass der Nachwuchs sich von seiner beruflichen Bildung her immer weiter von praktischer Arbeit entfernt.  Zudem fordere man immer mehr, dass SchülerInnen berufsbezogene Inhalte in der Schule erlernen sollen, gleichzeitig setze man sich immer stärker dafür ein, dass allgemeinbildende Inhalte Eingang in Ausbildung bzw. der Schulung beruflicher Inhalte finden. Doch der Widerspruch ist schnell aufzulösen: Mertens verweist darauf, dass der rasche Wandel von Arbeitsbedingungen und Arbeitsplatzgestaltungen und der hohe Grad der Arbeitsteilung einhergehe mit einem stets hinterherhinkenden bildungspolitischen Versuch, Curricula schnell neu der beruflichen Realität anzupassen, weswegen es einen Kompromiss gäbe: Arbeitgeber müssten prinzipiell darüber klagen, dass frisch Ausgebildete bzw.  studierte Kräfte noch nicht „richtig“ beruflich einwandfrei einzusetzen seien, während andererseits bei den Hochschulabsolventen und Auszubildenden das Gefühl besteht, trotz einer gewissen, breitgefächerten (Aus-) Bildung nicht wirklich auf das Berufsleben vorbereitet zu sein. Insofern besteht der gefundene Kompromiss eher darin, sich möglichst schnell ein breites Fakten- und Methodenwissen zu erarbeiten, anstatt eine übergeordnete Sicht zu gewinnen. Dieser Kompromiss ist ein „fauler“, sodass Mertens hier das Konzept der „Schlüsselqualifikationen“ entwirft: Die Pädagogik habe es bereits vorgemacht und daher müsse sie sich hier auch einsetzen für eine Definition von Fähigkeiten, die erforderlich sind, um die Wirklichkeit tatsächlich bewältigen zu können. Dabei dürften diese Begriffe nicht zu abstrakt (wie z. B. „Mündigkeit“ oder „Mobilität“) sein, jedoch auch nicht zu konkret wie z. B. die Bezeichnung einzelner Schulfächer es sind.  Schlüsselqualifikationen seien geeignet, die geforderten Bildungsziele zu definieren. Sie stünden für die Eignung und Befähigung von ganz unterschiedlichen Anforderungen, zudem könnten in der Weise gebildete Menschen auch in unvorhergesehenen Situationen angemessen reagieren.  Je unüberschaubarer die Gesellschaft sich entwickelt, desto eher sei  es vonnöten, dass Menschen solche Schlüsselqualifikationen erworben haben, wobei diese Schlüsselqualifikationen selbst dem gesellschaftlichen Wandel unterworfen sind. Mertens beschreibt in diesem Kontext vier verschiedene Typen, die Bildungselemente haben können:

Basisqualifikationen: Viele Fähigkeiten beziehen sich u. a. auf das Logische, Analytische, Kreative und Strukturelle. Hier geht es zudem darum, das Lernen an sich sehr gut gelernt zu haben.

Horizontalqualifikationen: Hiermit ist die Fähigkeit beschrieben, gesichertes Wissen effektiv und gezielt abrufen zu können. Der entsprechend fachlich Geschulte stellt sein Fachwissen „horizonterweiternd“ zur Verfügung, bringt sein Spezialwissen hier als Experte mit ein. Zumindest weiß dieser, wo er dieses Wissen abrufen kann.

Breitenelemente: Hier verfügt jemand über spezifisches Wissen und Fertigkeiten, die in breiten Bereichen des Arbeitslebens lediglich in unterschiedlichen Codes oder Sprachvarianten, also stets unterschiedlich kodifiziert sind. Im Vergleich lassen sich aber solche Elemente herausfinden. Als Beispiel gibt Mertens an, dass z. B. die Arbeitssicherheit in über 500 Ausbildungsberufen auf jeweils unterschiedliche Weise vermittelt würde.

Vintage-Faktoren: beschreiben nach Mertens die Faktoren, die helfen, die intergenerativen Bildungsdifferenzen auszugleichen. Die älteren lernen von den jüngeren Arbeitnehmern und umgekehrt. Hier gleicht z. B. ein lebenslanges Lernen bei älteren Arbeitnehmern oft aus, was jüngere Arbeitnehmer frisch in die Berufs- und Arbeitswelt an erworbenem Wissen und an Fertigkeiten mitbringen. Jüngere profitieren wiederum von der Erfahrung und Routine der Älteren.

Mertens verweist darauf, dass der Erwerb von Schlüsselkompetenzen in einer sich rasch wandelnden Gesellschaft unverzichtbar sei. Jedoch gehöre zur Persönlichkeitsbildung mehr als nur eine Ansammlung von verschiedenen Schlüsselkompetenzen. Um diese Art von Persönlichkeitsentwicklung zuzulassen, bedürfe  es daher der Freiheit, die  eigene Bildung individuell so zu gestalten, wie es den persönlichen Neigungen und Bedürfnissen entspricht.

Quelle: Studienbuch Theorien der beruflichen Bildung – Grundzüge der Diskussion im 20. Jahrhundert.  (Studienbücher Berufs- und Wirtschaftspädagogik – BAnd 1, Hrsg: Klaus Hanrey), Bad Heilbrunn / Obb.: Julius Klinkhardt Verlag, 2001, S.149 – 165.

Silvio Ströver, Dipl.-Pädagoge

Was Facebook über Bewerber/-innen weiß

Facebook ist eine gewiefte Datenkrake: Freimütig erzählen u. a. Bewerberinnen und Bewerber über ihr Leben und geben somit jede Menge Informationen von sich preis, weil Facebook es versteht, eine Plattform anzubieten, auf die heute kaum einer verzichten mag. Doch dass ein falscher Facebook-Eintrag zu einer Absage oder Kündigung führen kann, ist scheinbar noch immer nicht bei allen angekommen (siehe auch: http://berufe.paedblog.de/2013/01/09/wer-beleidigt-riskiert-sehr-viel/).  Viele ahnen offenbar nicht, dass Facebook auch mit scheinbar gelöschten Angaben noch immer arbeitet und gutes Geld erwirtschaften muss. Hier veranschaulichen Videofilme, was Facebook mit den persönlichen Daten seiner Nutzer machen kann:

„Der Kampf mit Facebook | Die Verbraucherschützer“:

http://www.youtube.com/watch?v=F9JDq3JTXjQ&feature=youtu.be

„Was Facebook über Dich weiß“:

http://www.youtube.com/watch?v=lYDx0Z75rt4

Welche Rechte Sie haben, können Sie hier z. B. auf der Webseite des Verbraucherzentrale-Bundesverbands nachlesen: http://www.surfer-haben-rechte.de

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 

Integration von Menschen mit Behinderung in die berufliche Schule

Im folgenden Aufsatz (aus dem Jahre 1998) geht es um die Integration behinderter Mitmenschen in berufliche Schulen, die gleichberechtigt lernen und damit letzten Endes gute Chancen auf einen Berufseinstieg haben sollen:

http://bidok.uibk.ac.at/library/beh1-98-beruf.html?hls=Menschen

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Den typischen Tagesablauf im Beruf kennenlernen

Wie ein typischer Arbeitstag z. B. eines Erziehers aussieht, können sich Jugendliche auf der bekannten Planet-Beruf-Webseite anschauen: http://www.planet-beruf.de/Tagesablauf-Erzieher.10233.0.html?&type=102

Weitere Tagesabläufe zu anderen Berufen gibt es hier:

http://www.planet-beruf.de/Tagesablaeufe.163.0.html?&type=103

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Berufliche Bildung auf Bildungsklick.de

Wer sich stets auf dem Laufenden halten möchte, wenn es um die berufliche Bildung geht, der sollte sich regelmäßig auf der Bildungsklick.de-Webseite umschauen: http://bildungsklick.de/berufliche-bildung

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

Auf der Webseite http://www.buero-fuer-arbeitsschutz.de finden Sie eine Menge Informationen in Bezug auf  den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.  In der Rubrik „Für die Praxis“ (http://www.buero-fuer-arbeitsschutz.de/praxis/index.html) erhalten Sie nützliche (kostenlose) Downloads (Musterbriefe etc.) zu Betriebsvereinbarungen zur Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes, Checklisten und Fragebögen zu psychischen Fehlbelastungen am Arbeitsplatz und vieles mehr.

Beachten Sie zudem auch den folgenden Link zum selben Thema:

http://www.gutearbeit-online.de

oder auch:

http://www.wiki-gute-arbeit.de/index.php/Hauptseite

Und hier gerade für Auszubildende bzw. Jugendliche ein wesentlicher Link in Sachen Arbeitsschutz:

http://www.wiki-gute-arbeit.de/index.php/Thematische_%C3%9Cbersicht_-_Jugend/Ausbildung

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

 

Expertenmonitor Berufliche Bildung

Wie erst gestern im folgenden Blogbeitrag „Den Übergang zwischen Schule und Ausbildung besser gestalten“ (http://berufe.paedblog.de/2011/01/26/den-uebergang-zwischen-schule-und-ausbildung-besser-gestalten) beschrieben, beklagen Experten u. a., dass eine gewisse Unübersichtlichkeit herrscht. Dies trifft allerdings auch auf Themen der beruflichen Bildung zu, weswegen versucht wird, Ordnung reinzubringen:

Mit dem Expertenmonitor Berufliche Bildung will das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) systematisch das fachliche Urteil von Expertinnen und Experten zu aktuellen Fragestellungen und Problemen erheben und in die bildungspolitischen Diskussionen einbringen.

Quelle: https://www.expertenmonitor.de

Inwieweit dieses Unterfangen gelingt, können Sie am besten selbst beurteilen:

https://www.expertenmonitor.de/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Freie Stellen in der Textilindutrie

Wer sich für Berufe, für ein Praktikum, für eine Ausbildung, für Fortbildungsmöglichkeiten oder füreine Arbeitsstelle in der Textilproduktion interessiert, hat hier gute Karten, fündig zu werden:

Berufe im Einzelhandel

Die wichtigsten Ausbildungsberufe im Einzelhandel hat die Zentralstelle für Berufsbildung im Handel e. V. wie folgt aufgelistet:

Die wichtigsten und quantitativ bedeutendsten Ausbildungsberufe im Einzelhandel sind:

Darüber hinaus besteht eine Vielfalt von weiteren Ausbildungsberufen, die für den Einzelhandel relevant sind:

 Quelle:

http://www.zbb.de/bildung/ausbildung/ausbildungsberufe.html

Die Linkliste im Bereich E-Learning und Erwachsenenbildung sollten Sie nicht übersehen:

http://www.zbb.de/bildung/links.html

Silvio Ströver

Weitere Berufsbilder

…finden Sie hier:

http://www.allesklar.de/s.php?cat_path=100-31135-31438-31398

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Informative Seite rund um die Ausbildung!

Hier finden Schülerinnen, Schüler, aber auch Eltern, Lehrer und Erzieher viele gute Tipps für eine gelingende Ausbildung:

http://www.ausbildung.net

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung

Für all die, die es in Sachen Berufswahl genauer wissen wollen:

Hier ein nützlicher Link zur Beruflichen Bildung:

Kommunikations- und  Informationssystem Berufliche Bildung:

http://www.kibb.de

Stellenangebote im Wissenschaftsbereich:

http://www.kibb.de/cps/rde/xchg/SID-3C5594CA-E79A2D2B/kibb/hs.xsl/1005.htm

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Erfolg mit Köpfchen

„Zwei Touristen befinden sich auf einer Fotosafari im Süden Afrikas. Obwohl sie zusammen reisen, sind sie sehr unterschiedlich. Der eine, Sebastian Schmidt, ist angehender Jurastudent, hat sehr gute Abiturnoten und besitzt ein gesundes Selbstbewusstsein. Marcus Müller besitzt hingegen wurde wegen schlechter Schulnoten vom Gymnasium verwiesen und hält sich zuzeit mit Taxifahren und Gelegenheitsjobs über Wasser.Auf der Suche nach einem ansprechenden Fotomotiv haben sich die zwei einige hundert Meter weit von ihrem Jeep entfernt, als sie unverhofft einem ausgehungerten Löwen gegenüberstehen, der ihnen augenblicklich anzeigt, dass er sich diese Beute nicht entgehen lassen wird. Schmidt erkennt sofort, dass der Löwe die Distanz zu ihnen in weniger als 30 Sekunden zurückgelegt haben wird und es bis zum Fahrzeug mehr als 2 Minuten wären. Er bleibt wie gelähmt stehen, während Müller seine Trekkingschuhe auszieht und in seine mitgebrachten Sportschuhe schlüpft. Panisch herrscht Schmidt ihn an: „Was soll der Quatsch? Wir können doch nicht schneller als der Löwe rennen!“ Müller jedoch entgegnet ihm: „Schneller als der Löwe? Nein, ich muss nur schneller rennen als du.“

Quelle:

HESSE, SCHRADER: Praxismappe berufliche Orientierung. Testen Sie Ihre Fähigkeiten und Neigungen und wählen Sie den Beruf, der zu Ihnen passt. (Berufsstrategie) Frankfurt am Main: Eichborn Verlag, Oktober 2005. S. 76.‘