Schlagwort-Archiv: Soziale Arbeit

Frühzeitig mit Berufswahl und Bewerbungen beginnen

Die Bundesagentur für Arbeit macht darauf aufmerksam, möglichst zwei Jahre vor dem Erreichen des gewünschten Schulabschlusses mit der Berufswahl, mit Planungsarbeiten für Bewerbungen und vorgeschalteten Praktika zu beginnen. Was SchülerInnen tun sollten, um sich „startklar“ für die Ausbildung zu machen, erfahren sie hier:

http://bwt.planet-beruf.de/index.php?id=2

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge / Coach

Planet Beruf – Für gut befunden

Laut BW Bildung und Wissen hat die bekannte Webseite der Bundesagentur für Arbeit „Planet Beruf“ bereits Anfang 2011 eine gute Bewertung von test.de, eine Internetpräsenz der Stiftung Warentest, erhalten.

Den Bericht können Sie hier lesen: http://www.test.de/Berufsorientierung-fuer-Schueler-im-Internet-Im-Raumschiff-zum-Traumjob-4184209-0/

Aus beruflicher Sicht kann ich bestätigen, dass diese Seite gut geeignet ist für Schüler und Teilnehmer einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Wichtig ist es, dass man die jungen Leute nicht einfach davor setzt und „machen lässt“, sondern dabei bleibt und sie durch das Programm führt. Viele vergessen erfahrungsgemäß, den sogenannten Stärkencheck zu absolvieren. Damit würde eine Fremdeinschätzung fehlen. Zudem dient dieser Stärkencheck auch nebenbei als gute Vorbereitung für einen Einstellungstest.

Silvio Ströver, Bildungsbegleiter

 

VER.DI Jugend: Vorstellungsgespräch & Assessment Center & weitere Tipps

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft VER.DI hat im VER.DI-Jugend-Portal eine Rubrik zur Berufsorientierung: http://ausbildung.info/berufsorientierung. Zudem möchte ich hier auf die Rubrik Vorstellungsgespräch & Assessment Center hinweisen: http://ausbildung.info/vorstellungsgespraech-assessment-center.

Daneben gibt es nützliche Tipps rund um das Studium: http://ausbildung.info/studium, um die Ausbildung: http://ausbildung.info/ausbildung, um den Berufseinstieg: http://ausbildung.info/berufsseinstieg und um den Bereich der Fort- und Weiterbildung: http://ausbildung.info/weiterbildung.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Mixopolis – Eine Webseite für jugendliche Migrantinnen und Migranten

Jugendliche mit Migrationshintergrund können durchaus im Berufsleben in Deutschland von ihrer ausländischen Herkunft profitieren. Wie sie ihre spezifischen sprachlichen und kulturellen Vorzüge optimal in die deutsche Arbeits- und Berufswelt einbringen und sich so eine Ausbildung oder eine Arbeitsstelle entsprechend sichern können, verrät ihnen die Webseite Mixopolis.de: http://www.mixopolis.de/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

„Jugendhilfeorientierung am Übergang Schule – Beruf. Was brauchen Jugendliche?“

Dr. Petra Lippegaus-Grünau (Bundesinstitut für Berufsbildung) hielt am 21. März 2012 in Frankfurt am Main einen Vortrag mit dem Titel: „Jugendhilfeorientierung am Übergang Schule – Beruf. Was brauchen Jugendliche?“ Ihre Antwort auf diese Frage können Sie hier nachlesen: http://www.good-practice.de/vortrag_petra_lippegaus.pdf

Sie beschreibt traditionelle, defizitorientierte Modelle der Benachteiligtenförderung und leitet daraus ab, dass die heutige Sozialarbeit sich viel stärker als bisher am „Subjekt“ (also am Menschen) orientieren muss und jeden Einzelnen als begabt, talentiert, als mit Kompetenzen ausgestatteten Menschen sieht.

Ziel muss daher sein, die Entwicklung biografischer Gestaltungskompetenz zu ermöglichen. Dabei geht es z. B. darum, mit Phasen der Arbeitslosigkeit gut umgehen oder darum, flexibel auf sonstige individuelle Problemlagen reagieren zu können, letzten Endes, einen eigenen Weg gehen zu können auch bei allen Schwierigkeiten.  Ein wichtiger Auslöser hierfür ist die Debatte um die Inklusion gewesen, die jeden Menschen als vollwertig anerkennt, unabhängig von der Leistungsfähigkeit.

Pädagogische Aufgaben sind daher mit „ermutigen“, „ermöglichen“, „befähigen“, „motivieren“ oder auch mit „stärken“ zu benennen.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Ansätze in der Berufslaufbahn-Beratung

Die Entwicklung der Berufslaufbahn wird  in zweifacher Weise theoretisch beschrieben. Zum einen gibt es das Stufenmodell, wobei jeweils eine Stufe nach der anderen erklommen werden muss. So beinhaltet jede Stufe eine individuelle Entwicklungsaufgabe. Der Prozess der beruflichen Enwicklung besteht demnach aus einer Kette aus Einzelphasen, die hintereinander durchlaufen werden müssen. Dieser zuerst genannte stufenartige Ansatz in der Berufslaufbahnforschung, den der Sozialforscher Donald Super entwickelt hat, beschreibt die folgenden 4 Phasen:

„• Wachstums- und Explorationsstadium (Kindheit bis frühes Erwachsenenalter). Entwicklung berufsrelevanter Interessen, Fähigkeiten, Werthaltungen und Zielvorstellungen sowie die Entwicklung des Berufskonzeptes.
• Etablierungsstadium (frühes bis mittleres Erwachsenenalter). Entwicklung
einer Bindung an den gewählten Beruf (commitment, Laufbahnbindung) und der Versuch der Stabilisierung in der eingeschlagenen Laufbahn.
• Erhaltungsstadium (reifes Erwachsenenalter). Aufrechterhaltung und Sicherung des beruflichen Status.
• Stadium des Rückzugs (spätes Erwachsenenalter). Veränderung der Einstellung zur Arbeit und zum Beruf sowie zur allgemeinen Verringerung und Verlagerung der Aktivitäten.“

Zitiert aus: http://athene.bibl.unibw-muenchen.de:8081/doc/86279/86279.pdf, Seite 28.

Der neuere Ansatz stellt den oben genannten infrage. Ulrich Becks Individualisierungsthese gleicht sich der beruflichen Realität schon eher an, die sich dadurch auszeichnet, dass Arbeitnehmer häufiger als bisher ihren Arbeitsplatz, Arbeitgeber und sogar den Beruf wechseln.

Nachdem die Entwicklung der Berufslaufbahn theoretisch in zweifacher Weise beschrieben wurde, entstanden in der Folge drei unterschiedliche Ansätze zur entsprechenden  Berufslaufbahnberatung, und zwar der sozialkognitive, der ressourcenorientierte und der bindungstheoretische Ansatz.

Der sozialkognitive Ansatz des Career Counseling haben Lent, Brown und Hackett beschrieben. Sie leiteten ihren Ansatz von Albert Banduras Lerntheorie ab. Hierbei spielt das Konzept der Selbstwirksamkeit eine entscheidende Rolle. Dieses Konzept beinhaltet den Umstand, an die Wirksamkeit seiner eigenen Fähigkeiten zu glauben.  So konnte nachgewiesen werden, dass Frauen beruflich weniger Erfolg hatten, da sie weniger von ihren eigenen Fähigkeiten überzeugt waren. Daneben wirken sich unterschiedliche Faktoren wie z. B. die soziale Herkunft, Geschlechtszugehörigkeit, biografische Erfahrungen etc.  sich auf die berufliche Laufbahn aus. Entscheidend ist hier auch die Nutzung eines Netzwerkes, da auf diese Weise eigene Ressourcen geschont werden. Je mehr soziale Kontakte ausgebaut werden, desto erfolgreicher gestaltet sich oft das Berufsleben.  Im Rahmen dieses sozialkognitiven Ansatzes zur Laufbahnberatung wird jedoch lediglich auf den Beratenden bzw. auf die Beratende geschaut und darauf verzichtet, diesen Menschen im Kontext seines Umfelds zu betrachten.

Der ressourcenorientierte Ansatz von Hobfoll (1998) ordnet Ressourcen in einer dreistufigen Hierarchie an, die prinzipiell der Bedürfnishierarchie von Marslow entspricht (vgl.: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/beduerfnishierarchie.html).  Die Klienten sollen in der Beratung angehalten werden, sich um ihre Ressourcen zu kümmern, um quasi (psychisch) wieder „voll aufzutanken“. Hierzu gehört es, dass die Ratsuchenden lernen sollen, gerade unter Stress und im bisweilen anstrengenden Alltag, wieder mehr auf auch sich selbst zu achten und sich die Ressourcen zu holen, die sie gerade brauchen. Pädagogisches Ziel könnte sein, das Ressourcenmanagement der Einzelnen Ratsuchenden zu fördern.

Der bindungstheoretische Ansatz in der Berufslaufbahnberatung geht davon aus, dass frühkindliche soziale Beziehungen das eigene Sozialverhalten prägen. Eine gute Beziehung des Jugendlichen zu seinen Eltern ist in der Regel förderlich für eine gelungende Berufswahlentscheidung. Jugendliche mit einem sicheren Bindungsstil zeigten sich nach außen hin aktiver und letzten Endes beruflich erfolgreicher als  unsichere, ängstlichere Jugendliche, die sich eher defensiv verhielten.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Benutzte Quelle:

GABLERS Wirtschaftslexikon. Das Wissen der Experten. Springer Gabler.: Bedürfnishierarchie. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/beduerfnishierarchie.html bzw. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/77711/beduerfnishierarchie-v5.html

GERSTENMAIER, Jochen; GÜNTHER; Susanne: Berufslaufbahnberatung (Career Counseling). In: NESTMANN, Frank; ENGEL, Frank, SICKENDIEK, Ursel (Hrsg.): Das Handbuch der Beratung. BAnd 2. Ansätze, Methoden und Felder. Tübingen: DGVT-Verlag, 2004, S. 933 – 945.

TRIEBEL, Claas: Kompetenzbilanzierung als psychologische Intervention. Wirkfaktoren und Wirkprinzipien in Laufbahnberatung und Coaching. Dissertation,  Universität der Bundeswehr München, März 2009, S. 28:  http://athene.bibl.unibw-muenchen.de:8081/doc/86279/86279.pdf,

Bildungsklick.de: Wie Auszubildende gefördert werden

Einen informativen Artikel über die Förderung von Auszubildenden können Sie auf  Bildungsklick.de, dem bekannten Bildungsnachrichten-Portal, nachlesen:

http://bildungsklick.de/a/81089/wie-auszubildende-gefoerdert-werden/

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Lebenshilfe.de: Das BSJ – Berufsvorbereitendes Soziales Jahr der Lebenshilfe

Das Berufsvorbereitende Soziale Jahr (BSJ) können Menschen zwischen 16 und 26 Jahren z. B. bei der Lebenshilfe.de ableisten, um einen guten Einblick in die Arbeitswelt zu erhalten und Nebenbei etwas Gutes zu tun.

Suchen Sie sich hier eine Stelle in Ihrer Nähe:

http://www.bsj-lebenshilfe.de/

Die Vergütung soll mindestens 470,- € (Bruttoverdienst) betragen.  Informieren Sie sich.

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Wohnen im Alter: Tipps für (jüngere) Bewerberinnen und Bewerber

Auf einer gut aufgemachten Webseite informiert Wohnen im Alter,

wie sich Schülerinnen und Schüler auf eine Ausbildung im Pflegebereich bewerben können und sollten:

http://jobs.wohnen-im-alter.de/ratgeber_pflegejobs.html

Dort findet man nicht nur Muster zum Download (z. B. für das Anschreiben, für den Lebenslauf etc.), sondern darüberhinaus auch Tipps rund um das gelungene Vorstellungsgespräch. Dann kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen…?! Abschließend findet der an Altenpflege interessierte Schüler noch ein Interview zur Altenpflege:

http://jobs.wohnen-im-alter.de/berufe_altenpflege.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Weitere Medien der BG BAU zur Arbeitssicherheit

Weitere informative Pdf-Broschüren über den Arbeitsschutz zum kostenlosen Download für Schüler, Jugendliche, Berufseinsteigern und Eltern und Pädagogen bietet die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) auf ihrer Webseite an:

Rauchen am Arbeitsplatz

Alkohol und seine Wirkungen

Erste Hilfe – Organisation

Herz-Kreislauf und Stoffwechsel

Bildschirm-Arbeitsplatz

Lärm – Weghören hilft nicht

Drogen am Arbeitsplatz

Gesunde Ernährung

Hautschutz bei der Arbeit

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Keine Gesundheitsförderung für Auszubildende?

Zwar gelten Jugendliche im Allgemeinden als gesund, doch Tatsache ist, dass viele Jugendliche ihre Gesundheit häufig auf’s Spiel setzen. Katrin Horns stellt in ihrem 2010 veröffentlichten Artikel (vgl. http://www.socialnet.de/materialien/104.php) dar, dass die Gesundheitsförderung von Auszubildenden in Betrieben bislang kein Thema zu sein scheint, weshalb sie das transtheoretische Modell der Verhaltensänderung (TTM) von Prochaska und DiClemente vorstellt. Dieses Modell befasst sich zentral mit der „Bereitschaft zur Veränderung von (Risiko-)Verhalten“ (zitiert nach: http://www.socialnet.de/materialien/104.php) und scheint sich offenbar in der Praxis gut zu bewähren. In diesem Zusammenhang verweist Horns u. a. auf eine spannende Internetplattform für Jugendliche, die beispielsweise im Unterricht oder auch zuhause sich mit den folgenden Themen auseinandersetzen können

„Du bist zwischen 12 und 17 Jahre alt und findest hier Infos, Spiele, Videos, Tests und Animationen zu Themen wie Alkohol, Arbeit, Sport, Cannabis, Ernährung, Sexualität, Tabak usw.“ (zitiert nach: http://www.feelok.ch/de_CH/jugendliche/jugendliche.cfm)

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Generation Praktikum 2011. Ergebnisse einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung

Der schon berühmt-berüchtigte Begriff „Generation Praktikum“ trifft wohl immer besser die Situation der heutigen Berufsanfänger.  Vermutlich beträgt der Anteil der jungen Leute, die nach dem erfolgreichen Studium mit einem Praktikum in die Berufswelt starten, um die 20 % (vgl. http://www.magazin-auswege.de/data/2011/05/PM_Boeckler-Stift_Praktika_nach_Studienabschluss_2011-05-04.pdf). Ca. 19 % schaffen hingegen den Sprung in eine unbefristete Stelle. Während diese schon sofort gut verdienen, mühen sich die Praktikanten durchschnittlich 5 Monate ab, ca. 40 % erhalten noch nicht einmal Geld für ihre Tätigkeit. Nur ein kleiner Teil (ca. 22 % der Befragten) erhielt ein Jobangebot, die anderen gingen leer aus. Oft entstand der Eindruck, als ob das Praktikum ein fester Bestandteil des Betriebsalltags war, d. h. dass Praktikanten aus wirtschaftlichen Gründen als billige oder gar kostenlose Arbeitskräfte fest einkalkuliert waren. Entsprechend gering war mit 17 % der Anteil der Praktikanten, die sich fair bezahlt fühlten. Doch insgesamt bewerteten ca. 55 % der Praktikanten ihr Praktikum als gut, wenn in der Regel eine faire Bezahlung und Betreuung bei vollwertiger Arbeit ermöglicht wurden. Die von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie besagt im Kern, dass inzwischen mehr Praktikanten auch finanziell entlohnt würden, insgesamt jedoch weniger junge Menschen mehrere Praktika nach Studienende absolvieren mussten.  Leider sank die Vergütung auf niedrige Werte ab, durchschnittlich nur noch 300,- € monatlich. In Kunst, Forschung, Hochschule, Gesundheit und Soziales waren mit bis zu zwei Drittel mehrheitlich Praktikanten beschäftigt, die ohne jedweden Lohn beschäftigt wurden.

Das interessante Fazit, so möchte ich es einmal festhalten, lautete, dass man eigentlich gut auf Praktika verzichten kann. Praktika erfüllen nicht eindeutig den Zweck, ein gutes Sprungbrett in den Beruf zu sein.  So bewerteten 68 % der Befragten die Praktikumsphase nach dem Studienabschluss als „prekär“, 56 % urteilten sogar, dass es sich hier sinngemäß um eine moderne Art der Sklavenarbeit handelte. Widersprüchlich jedoch erwarten die Berufsanfänger auch Positives: den Erwerb zusätzlicher Qualifikationen und prinzipiell eine bessere Möglichkeit, in den Beruf zu gelangen.  Angesichts der Tatsache, dass ein hoher Anteil an Praktikanten nach Beendigung des Praktikums keine Anstellung im Praktikumsbetrieb erhielt und letzten Endes beide Gruppen, also sowohl die Praktikanten als auch die direkten Berufseinsteiger, zu ca. 90 % jeweils mehr oder weniger gut in Lohn und Arbeit standen, ist diese Erwartung aus meiner Sicht recht hoch gegriffen. Inzwischen fordert ein Großteil (78 %) einen Mindestlohn für Praktikanten, eine, wie ich finde, mehr als berechtigte Forderung.

Hier die Links zu den folgenden Texten:

Praktika nach Studienabschluss. Zwischen Fairness und Ausbeutung – 40 % unbezahlt. Studie zum Berufseinstieg  von Akademikern. Mitteilung: Hans-Böckler-Stiftung: http://www.magazin-auswege.de/data/2011/05/PM_Boeckler-Stift_Praktika_nach_Studienabschluss_2011-05-04.pdf

Wie willst Du leben? Generation Praktikum 2011. Praktika nach Studienabschluss. Die wichtigten Ergebnisse.

Kurzfassung: http://www.boeckler.de/pdf/pm_2011_05_04_praktikumreport_kurz.pdf

Langfassung: http://www.boeckler.de/pdf/pm_2011_05_04_praktikumreport_lang.pdf

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

„Niemals heiraten, weil ich nicht arbeiten gehen will.“

Leider kein schlechter Aprilscherz:

Wie man in einem Forum lesen kann, gibt es offenbar genug Anreize für manch einen, sich auf die „faule Haut zu legen“:

http://www.ahlu-sunnah.com/threads/36228-Niemals-heiraten-weil-ich-nicht-arbeiten-gehen-will

Ein Auszug:

„Ganz ehrlich, ich hatte mal versucht Arbeit zu finden aber bekam nur Absagen, mittlerweile aber finde ich es ganz gut arbeitslos zu sein und von niemandem gebraucht zu werden.

(…) Als Arbeitsloser kann man seinen Pflichten viel besser nachgehen wie Gebet, Fasten etc.“

Des Weiteren liest man da kopfschüttelnd weiter:

„Man kann ganz einfach aus solchen Maßnahmen rauskommen, mich lassen sie auch in Ruhe, der Typ im Amt meinte selber dass ich ein hoffnungsloser Fall bin und mich auf lebenslang Sozialhilfe einstellen sollte. Ich muss nicht mal lügen und werde dennoch abgelehnt. Ist ja keine Lüge dass ich im Grunde nicht wirklich Lust habe zu arbeiten. Dazu hab ich ne Polizeiakte die so dick ist wie ein Telefonbuch. Wenn ich die schlimmsten Sachen ausdrucke werde ich eh abgelehnt ohne jemanden anzulügen. Natürlich ist das taktisch nicht klug, jemand der wirklich arbeiten gehen will würde das nicht machen. Aber ich möchte ja garnicht. Mir reichen diese 359€, meine 1 Zimmer Wohnung die der Staat bezahlt. Wenn ich was brauche gehe ich nebenbei schwarz arbeiten.“

Das ist natürlich kein Zeichen für fair play, aber „schwarze Schafe“ gibt es leider überall. Man kann nur hoffen, dass der Schreiber der oben zitierten Zeilen seine Meinung noch ändert. Vorstellbar ist, dass dies die Folgen vieler unbewältigter Absagen sind. Wie wäre das Leben des oben Zitierten wohl verlaufen, wenn er in der Schule bereits einen schulsozialpädagogischen Bewerbungstrainer (neudeutsch: Berufseinstiegsbegleiter) gehabt hätte?

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge

Interessante Links zum Thema:

Psychologische Problematik der Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen:

http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/PSYCHOLOGIEENTWICKLUNG/ArbeitslosigkeitJugend3.shtml

Islamblogger: Qualifikation und Kopftuch:

http://www.islam-blogger.de/2011/02/01/qualifikation-und-kopftuch

Bildung Innovation. Das Online-Magazin zum Thema Innovation und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen
Rechtzeitig in die Berufsvorbereitung starten
Berufseinstiegsbegleiter an 1000 Schulen im Einsatz

http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/bildungplus.html?artid=713

Sozialgesetzbuch (SGB III) Arbeitsförderung
§ 421s SGB III Berufseinstiegsbegleitung

http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbiii/421s.html

Bundesregierung: Betroffene sehen Berufseinstiegsbegleitung positiv:

http://www.bundestag.de/presse/hib/2010_12/2010_409/05.html

Zeit: Der Wert der Arbeit:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2010/04/Dossier-Jobverlust-Arbeit

Kreishandwerkerschaft stellt Handwerksberufe vor!

Die „KreiHa“ gibt die Möglichkeit, dass sich Jugendliche (und andere) gut und übersichtlich über Handwerksberufe informieren können: http://www.handwerk.de/handwerksberufe.html

Ganz wichtig ist es, sich schon mindestens anderthalb Jahre vor dem Schulabschluss intensiv Gedanken darüber zu machen, was man beruflich tun möchte. Um eine bessere Berufswahl treffen zu können, sollte man sich entsprechend gut über berufliche Wahlmöglichkeiten – sprich Berufsbilder  (= „Job-Beschreibungen“)  – informieren.

Mein Tipp an alle Schülerinnen und Schüler, sich wöchentlich mit Berufsbildern, Tätigkeiten und Voraussetzungen inhaltlich zu beschäftigen. Lesen Sie, um viele Berufe kennenzulernen.  Denn nur, wenn Sie einen gewissen Überblick über diverse Berufe gewonnen haben, können Sie auch wirklich eine echte Berufswahl, -auswahl treffen.

Es ist auch für die Eltern, die oft mit ihrem Wissensstand  über die komplizierter gewordene Berufswelt nicht mehr mithalten können, wichtig, den Nachwuchs dahingend zu unterstützen, indem sie dafür sorgen, dass die Kinder bereits im 2. Jahr vor dem Schulabschluss anfangen, regelmäßig ins BIZ (Berufsinformationszentrum) zu gehen bzw. sich auf entsprechenden Seiten im Internet nach Berufsbildern umschauen. Gehen Sie mir Ihrem Kind auf eine berufliche „Entdeckungsreise“.

Ziel sollte sein, die Berufswahl so zu festigen, dass ein Jahr vor Schulende erste Bewerbungen gezielt rausgeschickt werden können.  Nutzen Sie dafür die Berufsberatung, die Schule und die Möglichkeit, (auch in den Schulferien) möglichst viele unterschiedliche Praktika in den letzten Schuljahren zu absolvieren!

Hierzu auch weitere Berufepaedblog-Beiträge zum Stichwort „Berufswahl“:

http://berufe.paedblog.de/?s=Berufswahl

Anonsten hier noch ein weiterer Link der Kreishanderkerschaft, um einige interessante Handwerksbetriebe und -Firmen in jedem Bundesland kennenzulernen:

http://www.handwerk.de/wussten-sie/bundesrepublik-handwerk.html

Silvio Ströver, Diplom-Pädagoge